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Wappe der Gartner
Die WKA Krafftmühle zu Flossing ist ein Lieferbetrieb der Naturstrom AG
Wasserkraft war die erste Kraft, die der Mensch für seine Zwecke zu nutzen wußte. Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. waren in Mesopotamien Schöpfräder im Einsatz, mit deren Hilfe das Wasser in Kanäle gehoben werden konnte, um die Felder zu bewässern.

Im Mittelalter kamen die ersten Wasserräder nach Europa. Aus den Schöpfrädern, die ausschließlich der Wasserentnahme aus einem Bach oder Fluß dienten, wurden Wasserräder; mit Hilfe von Transmissionen und Getrieben wurde die Kraft auf mechanische Weise übertragen. So wurde der Antrieb von Mühlen, Sägewerken und Schmieden möglich; während ein solcher Antrieb bis dahin nur durch Muskelkraft, meist durch Ochsen oder Pferde, oft aber auch durch den Menschen selbst, üblich war.

Man unterscheidet bei Wasserrädern grundsätzlich zwischen unter- und oberschlächtigen Typen. Während bei unterschlächtigen Rädern der Wasserstrom unter dem Rad durchläuft und sich das untere Radende somit in Fließrichtung des Gewässers dreht, fließt beim oberschlächtigen Rad das Wasser über das Rad, d. h. das untere Radende dreht sich entgegen der Fließrichtung. Das Stoßrad arbeitet rein nach dem Aktionsprinzip (Nutzung der Strömungsenergie). Die anderen unterschlächtigen Räder stellen eine Mischform zwischen Aktions- und Reaktionsprinzip (Nutzung der Lageenergie) dar. Das oberschlächtige Wasserrad arbeitet rein nach dem Reaktionsprinzip.

Auch wenn die Turbine zweifellos die modernere Antriebsmaschine ist, so haben Wasserräder, insbesondere das oberschlächtige Wasserrad, durchaus ihre Vorteile im kleinen Anwendungsbereich. Es stehen wesentlich größere Drehmomente zur Verfügung als bei schnelllaufenden Turbinen, was bei mechanischen Antrieben ein Vorteil ist, beim Generatorbetrieb aber zum Nachteil wird. In Hinsicht auf den Umweltschutzgedanken ist insbesondere das oberschlächtige Wasserrad einer Turbine vorzuziehen, da wesentlich geringere Eingriffe in die Natur notwendig sind. So besteht z. B. flußabwärts Fischdurchgängigkeit. Ein weiterer Vorteil ist das sehr gute Teillastverhalten bei oberschlächtigen Wasserrädern.

Stoßrad (c) Strombasiswissen.de Das erste Wasserrad dieser Art war das Stoßrad. Flache Schaufeln tauchten in ein Fließgewässer. Dieses Rad arbeitete ausschließlich mit der Strömungsenergie des Wassers (Aktionsprinzip) und wird auf Grund seines äußerst schlechten Wirkungsgrades heute nicht mehr produktiv eingesetzt.
unterschlächtiges Wasserrad (c) Strombasiswissen.de Es folgte das unterschlächtige Rad. Bei diesem Rad fließt das Wasser in einem Bereich im unteren Drittel des Rades in die strömungsgünstiger geformten Schaufeln ein. So kann neben der Strömungsenergie auch geringfügig die Lageenergie (Gewicht) des Wassers genutzt werden.
mittelschlächtiges Wasserrad (c) Strombasiswissen.de Heute findet das mittelschlächtige Rad, welches vom Typ her zu den unterschlächtigen Rädern zählt, bei geringen Fallhöhen noch vereinzelt Verwendung. In seiner Weiterentwicklung als Zuppinger-Rad erreicht es Wirkungsgrade bis zu 75 % und ist damit eine Alternative zu Turbinen im kleinen Anwendungsbereich. 
oberschlächtiges Wasserrad (c) Strombasiswissen.de Das oberschlächtige Rad wurde wesentlich später als die anderen Radtypen, erst 1750 vom deutschen Physiker Johann Andreas von Segner, entwickelt. Das Wasser wird mittels eines Gerinnes über einen Einlauf, der sog. Kanne, von oben auf das Rad geleitet. Dabei wird ausschließlich die Lageenergie, sprich das Gewicht des Wassers, ausgenutzt (Reaktionsprinzip). Dieses Rad erreicht ebenfalls, abhängig von der Fallhöhe, Wirkungsgrade bis 75 %, und zwar bis zu einer Teillast von 30%, was einmalig ist im Vergleich zu allen anderen Wasserkraftmaschinen. Zusätzlich entsteht der Vorteil, daß keine genauestens betonierte Radgasse notwendig ist, wie beim Zuppinger-Rad, demgegenüber wird auch die Baugröße halbiert. Weiterhin kann auch ein Rechen, wie er bei unterschlächtigen Rädern und bei Turbinen notwendig ist, entfallen, da Schwemmgut einfach über das Rad abfließt. Dadurch entstehen erhebliche Kostenvorteile bei Bau und Betrieb. Ganz nebenbei entsteht in Fließrichtung eine Fischdurchgängigkeit. Somit ist auch heute noch im kleinen Anwendungsbereich dieses Rad oft die bessere Alternative zur Turbine.

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